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Basketball: (USC Heidelberg)
USC Heidelberg mit erwarteter Niederlage beim Aufstiegsfavoriten

Noch ohne den während der kommenden Woche erwarteten amerikanischen neuen Shooting Guard - mit dem älteren Basketballfreaks nicht gänzlich unbekannten Zunamen, so viel sei schon mal angedeutet – gab es für den USC Heidelberg in Bayreuth vor der stattlichen Kulisse von 2200 Zuschauern eine 72:96 (31:53)-Niederlage, mit der man in dieser Größenordnung in etwa rechnen musste, wenn man bedenkt, dass hier ein sehr junges USC-Team einem der größten Meisterschaftsfavoriten dieser 2. Pro A-Saison gegenüberstand. Vor allem in der 1. Halbzeit hatten die Gäste große Probleme, gegen die sehr aggressive Defense der Bayreuther ein halbwegs geordnetes Spiel aufzuziehen. Immer wieder gab es bereits in der Spielentwicklung Ballverluste gegen die Bayreuther Presse – am Ende der 1. Halbzeit standen bereits 15 Heidelberger Ballverluste auf dem Scoutingbogen. Da die weitgehend neu zusammengestellte Truppe des Aufstiegsaspiranten zu Beginn ebenfalls noch mit einer gewissen Nervosität agierte, konnten die Neckarstädter immerhin bis zum 16:14 (8. Min.) durch Punkte der vier Hauptscorer Adeberg, Komarek, McNeil und Beran noch gut dagegenhalten. Nach dem 23:16 bei Viertelpause folgte die stärkste Bayreuther Zeit und die große Gala des von Kaiserslautern (den jetzigen teckpro Braves) gekommenen Whit Holcomb-Faye. Ähnlich wie letzte Woche beim Pokalspiel in Karlsruhe (Roessler, Simin) müssen es die Heidelberger Spieler erst noch verinnerlichen, dass solche Spieler in der Pro A Dreierwürfe eben auch schon mal aus 7 ½ bis 8 Metern nehmen – wenn man sie dort nicht verteidigt. Holcomb-Faye versenkte deren vier in Folge, warf im 2. Viertel 16 Punkte und sorgte mit dem 53:21-Pausenstand bereits für die Vorentscheidung in diesem Spiel. Da sah es durchaus nach einem Debakel aus.

Bravourös dann aber das 3. Viertel für das Daume-Team, das sich keinesfalls aufgab. „Insofern bin ich stolz auf meine Mannschaft. Unsere Spieler haben nie aufgesteckt und lagen die gesamte Spielzeit über ständig am Boden, weil sie sich jedem Ball hinterher warfen“, so Torsten Daume in der kleinen Pressekonferenz auf dem Spielfeld unmittelbar nach der Partie. Mit großer Moral und Kampfkraft erzielten Oliver Komarek, Ben Beran , Sebastian Dietz und Sebastian Adeberg 10 Punkte in Folge und als Beran, der früh (Mitte des 3. Viertels) mit 4 Fouls belastete McNeil und Adeberg den USC gar auf 57:49 (25.) heranbrachten, brach bei den Gastgebern eine hektische Betriebsamkeit aus, um eine sich in dieser Phase anbahnende böse Überraschung zu vermeiden. Doch zu gering war letztendlich die Substanz beim USC. Vier Scorer sind zu wenig, wenngleich man auch Mario Göhring und erneut dem jungen Sebastian Dietz das Kompliment machen durfte, gut und mit wenigen Fehlern mitzumischen, wenngleich letztlich eben noch mit zu wenig Durchschlagskraft. Vor allem nach vorn war bei den USC-Spielern insgesamt noch vieles Stückwerk, es fehlt noch an Effektivität. Oft kommt der Ball noch gar nicht zu Ben Beran, Sebastian Adeberg oder Oliver Komarek, wo er eigentlich hin soll. Insbesondere Holcomb-Faye und Center Dan Oppland zogen jetzt bei den Gastgebern an und erhöhten zusammen mit einem Dreier von Jaivon Harris rasch wieder auf 68:51 (28.) sowie zum 72:55-Viertelstand. Zur Entschuldigung der USC-Defense muss man anmerken, dass es nicht gerade ganz leicht ist, drei Dreierwerfer wie Holcomb-Faye, Sheffield und Harris, die überwiegend gleichzeitig auf dem Parkett waren, zu verteidigen. Da werden sich wohl auch noch andere Teams die Zähne ausbeißen.
Im Schlussabschnitt verwalteten die Gastgeber den Vorsprung bis zum sicheren 96:72-Endstand. „Wir brauchen solche Spiele, um uns weiterzuentwickeln, ehe wir dann bald auf die Gegner treffen, mit denen wir eher auf Augenhöhe spielen können“, lautete das Fazit von Torsten Daume. Phasenweise gelang letzteres sogar schon gegen einen der Titelaspiranten. So gesehen, kann man der USC-Zukunft – unter den gegebenen Prämissen – durchaus mit inzwischen etwas größerer Zuversicht entgegensehen – zumal wenn demnächst die (auch nominell prominente) Verstärkung dabei sein dürfte.
Gestern präsentierten sich auf USC-Seite Sebastian Adeberg und der gegenüber Karlsruhe deutlich verbesserte Oliver Komarek – neben den beiden Amerikanern Beran und McNeil – am stärksten. Bemerkenswert für die insgesamt zufrieden stellende Teamleistung war das überraschende Reboundverhältnis von 33:32 für den USC. Weniger erfreulich die Dreierquote von 2/15 gegenüber 8/16 bei Bayreuth – und die 25 Ballverluste.
USC: Komarek 20 (1 Dreier, 7 Rebounds), Adeberg 19 (6 Rebounds, 6 gezogene Fouls, 7 Turnover), Beran 17 (7 Rebounds), McNeil 13 (1 Dreier, 3 Assists, 4 Steals, 5 Ballverluste), Dietz 2, Hirschberg 1, Göhring, Hug, Rodriguez, Deus.
Bayreuth: Holcomb-Faye 28 (4), Sheffield 16 (2), Oppland 15, Raffington 10, Harris 9 (2), Hamilton 6, Greene 6, Tetzner 6.


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Original-Pressemitteilung
Artikel vom 06.10.2008, 09:33 Uhr
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